Geschichte des Schlosses zu Nelahozeves (deutsch Mühlhausen)

Die erste Erwähnung der Gemeinde Nelahozeves stammt aus 1352, wo sie im Besitz des St. Veits-Domkapitels in Prag war. Unter diesem Besitz wurde hier eine Festung aufgebaut, die im Jahre 1400 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Die Festung wurde oft vermietet, zuerst von dem Prager Domkapitel und später, in der Zeit der Hussitenrevolution, von den Pragern. 1466 wurde zum Festungsbesitzer Řehoř von Illburk, danach Vilém von Illburk und ab 1508 die Gebrüder Hynek und Jiří Zejdlic von Šenfeld (deutsch Schönfeld, auch Zischkafeld). Nach 1526 befindet sich die Festung wieder im Besitz des St. Veits-Domkapitels. Dieses hält sie jedoch nicht lange und 1544 erwirbt sie zusammen mit dem Dorf und dem Landgut Florian Griesperk von Griespach. Florian stammte aus einem verarmten bayerischen Adelsgeschlecht. Er war jedoch allseitig begabt und nach seiner Studienzeit setzte er sich in Prag auf dem Hof von Ferdinand I. durch. 1532 wird er zu Ferdinands Sekretär, Königs- und Kammerrat und schließlich auch zum Mitglied des geheimen Militärrats. Florian erfreute sich dank seinem Können immer größerer Unterstützung seitens des Königs, was den anderen Hofadeligen ein Dorn im Auge war. Diese haben Florian Gryspek dann in den Ständeaufständen der Verschwörung gegen König beschuldigt und ihn in den Weißen Turm der Prager Burg setzen lassen. Florian wurde jedoch nach einem direkten Eingriff des Königs freigelassen und von allen Verleumdungen rein gewaschen. Und noch mehr – sein Geschlechtswappen konnte um den Weißen Turm als Erinnerung an seine Gefangenschaft erweitert werden. Florian Griesperk kaufte bei Nelahozeves 1549 – 1552 ein paar umliegende Dörfer, die als Basis der Herrschaft zu Nelahozeves galten. Er ließ die alte Festung niederreißen und begann 1552 mit dem Bau eines neuen Schlosses im Renaissancestil, das jedoch erst sein jüngster Sohn 1614 vollendet hat.

                                              

Blažej mit seiner Gattin Ofka von Bubno übernimmt die Herrschaft nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1588. Abweichend von seinen Brüdern nahm Blažej an dem Ständeaufstand nicht aktiv teil und deshalb bleibt Nelahozenes nach den Konfiskationen nach der Schlacht am Weißen Berg ein Geschlechtsvermögen. Blažej Griesperk stirbt 1620 und hinterlässt dadurch die Herrschaft seiner Tochter Veronika, die jedoch die verschuldete Herrschaft 1623 an Polyxena Pernštejnská von Lobkowicz verkauft. In jener Zeit befindet sich aber das Schloss schon in einem ziemlich bedauernswerten Zustand infolge des Dreißigjährigen Kriegs. 1637 erwirbt die Herrschaft Václav Eusebius von Lobkowicz, der im Schlossgebäude nur die notwendigsten Renovierungsarbeiten vornehmen und das Schloss mit neuem Mobiliar ausstatten ließ. Die Lobkowiczer hielten das Schloss zu Nelahozeves für nicht genug repräsentativ und zogen in ihren neuen Sitz in Roudnice nad Laben um. Das Schloss diente seit jener Zeit nicht mehr als Adelssitz und wurde weiterhin nur als Sitz der Herrschaftsverwaltung genutzt. Im 19. Jahrhundert siedelten hier zuerst ein Militärlazarett und später dann ein Mädchenpensionat. Im Besitz der Lobkowiczer bleibt es bis 1945, wo das Schloss nationalisiert wurde.