Geschichte und heutiger Stand des Schlosses zu Rožmitál (deutsch Rosenthal) pod Třemšínem

An der Stelle des heutigen Schlosses hat schon 1250 – 1265 Oldřich, der Sohn von Budislav von Březnice (deutsch Breznitz) eine Burg erbaut, nach der er sowie seine Nachfolgen sich von Rožmitál nannten. Den Herren von Rožmitál gehörte die ganze Burg bis 1347, wo hier die Gebrüder Oldřich und Sezema saßen. Und gerade Sezema hat in dem angeführten Jahr seine Burg- und Herrschaftshälfte an das Prager Erzbistum geschenkt, das es mittels einzusetzender Burggrafen verwaltete. 1436 verpfändete König Sigismund die Erzbischofshälfte den Gebrüdern Zmrzlík von Svojšín (deutsch Schweißing). Die Herrschaft wurde erst 1513 in der Zeit von Zdeněk Lev von Rožmitál wieder vereinigt. Dieser hat die Herrschaft jedoch durch einen kostspieligen Umbau verschuldet und deshalb musste sie sein Sohn Adam 1555 an Florian Gryspek von Gryspach verkaufen, der die Herrschaft erweitert und die Burg zum Renaissanceschloss umgebaut hat. Sein Enkel, ebenfalls Florian, wurde am 2. Juli 1610 als Dreizehnjähriger zum „Florianus Griesbeccius a Griesbach“ in Herborn an der damals kleinsten deutschen Hochschule immatrikuliert. Nach einem zweijährigen Studium kam er zurück nach Hause, um 1612 die Vermögensrechte an der von seinem Vater Jan Jiří geerbten Herrschaft in Rožmitál zu übernehmen. Florian, der im kalvinistischen Protestantenglauben erzogen worden war, schloss sich nach dem Prager Fenstersturz 1618 dem aufständischen böhmischen Adel an. Der neuen Regierung hat Florian geschrieben, dass „er seiner Heimat als ihr echter Sohn treu dienen wolle“. Florian, Major der Kavallerie, versprach General Mansfeld, ihm militärische Hilfe bei der Eroberung des dem König treuen Pilsens zu leisten, das im November 1618 durch die Ständetruppen  erobert worden ist. Während der Kämpfe um Pilsen wurde die Burg Rožmitál von dem Generalissimus und Militärhofrat Baltazar de Marradas angegriffen. Florian zusammen mit seinem Bruder Jan Jaroslav erwarb die Burg zurück und schickte die gefangene spanische Besatzung nach Pilsen zu Mansfeld. Da sich Florian dem Ständeaufstand aktiv angeschlossen hatte, wurde ihm die Burg Rožmitál nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg beschlagnahmt und von dem Ferdinand II. dem Prager Erzbischof Kardinal Graf Arnošt Vojtěch Harrach 1623 geschenkt. Das Schloss hat dreimal gebrannt (1160, 1724 und 1813). Im Besitz des Prager Erzbistums blieb Rožmitál bis zur Nationalisierung im Jahre 1948.

 

 

Heute ist das Schloss Vermögen verschiedener merkwürdiger Existenzen mit dem Sitz außerhalb unserer Republik, die für das Schloss nicht sorgen, wodurch dieses baufällig wird. Selbst der Zustand vom Schild vor dem Schloss, auf dem steht, dass das Schloss seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts rekonstruiert werde, sagt alles aus.

Unter www.staryrozmital.cz/kauza-rozmitalsky-zamek können Sie sich mit der neuzeitigen Geschichte im umfangreichen Dokument „Nekonečná kauza rožmitálského zámku“ (Unendliche Causa des Schlosses zu Rožmitál) vertraut machen. Dieses das Geschehen im Schloss 1998 – 2013 beschreibende Dokument entstand aufgrund von Fragen der Cvokařské muzeum-Besucher, warum dieses Denkmal nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden wäre, wovon sicher sowohl die Stadt als auch die Unternehmer hätten profitieren können.